Schüler komponieren

Die Fantasie von Kindern ist unbefangen. Sie können sich mit Tönen lockerer als Erwachsene beschäftigen, weil sie im Alltag keine Manschetten haben. Wenn sie am Klavier fantasieren, kommen erstaunliche Klänge und Rhythmen heraus. Mitunter scheint die Musik der Kinder für die Ohren der Erwachsenen ungeordnet. Das liegt jedoch nur daran, dass Kinder weniger über richtig oder falsch nachdenken. Das ist auch ein ganz wichtiger Punkt für das Sicherheitsgefühl freier Fantasien. Komponierende Lehrer sind der geeignete Lernpartner, damit die freie Fantasie für alle Zuhörer verständlich und spannend wird.

jazzige Skizze für den Unterricht: Marcel Rose     Original im Besitz des Urhebers

 

Durch meine autodidaktische Herangehensweise bin ich zu dem Schluss gekommen, dass so wenig Kritik wie nur möglich die Freude im Komponieren wecken kann. Es geht beim Komponieren nicht darum, Ergebnisse zu schaffen, die ausgeklügelt aussehen. Es geht um Klangfreude und Platz für Experimente. Durch Wiederholungen in der Musik lernen Sie die Schönheit und Sicherheit der Form kennen. Wiederholungen prägen wir uns besser ein. Das Erinnerungsvermögen wird dabei geschärft. Auch die Vorahnung bessert sich. Allein durch die kleine Aufgabe, eine Wiederholung einzubauen. Eines der bekanntesten Lieder mit kleinen Wiederholungen ist der Kanon “Bruder Jacob”.

Auch die “Morgenstimmung” aus der Peer Gynt Suite Nr.1 vom Norweger Edvard Grieg ist eingängig und nachsingbar. Die “Morgenstimmung” lässt sich leicht und zufrieden auf den schwarzen Tasten des Klaviers spielen. Edvard Grieg komponierte viel am Klavier. Er sah hier möglicherweise das Glück für seine Fantasie zur “Morgenstimmung”. Allein aus dem Vorteil, dass ein Klavier ein Muster aus weiß und schwarz hat und sich dieses Muster wiederholt.

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Erfahrungen mit Autodidaktik

Seit ich mit dem 17.Lebensjahr das Klavier begann zu lernen, schrieb ich ohne Lehrer Töne auf. Erst 3 Jahre später bekam ich von einem Mentor, der nicht mein Klavierlehrer war, erste Aufgaben zur Fantasie. Gleichzeitig hörte ich Filmmusik, die meine Fantasie beflügelte. Musik mit einem Bild im Kopf zu schreiben, hat höchsten Stellenwert. Ohne Bilder geht es nicht. Charaktere und Gefühle kommen aus der Musik, wenn sie mit lebhaften Bildern durchzogen ist.